Bärisch spekulieren oder Portfolio absichern – mit begrenztem Risiko
Der Long Put ist die grundlegendste bärische Optionsstrategie. Du kaufst eine Put-Option, zahlst dafür eine Prämie und profitierst, wenn der Aktienkurs deutlich fällt. Dein Verlust ist auf die gezahlte Prämie begrenzt – ideal als Absicherung oder zur Spekulation auf Korrekturen.
Ein Long Put ist eine gekaufte Put-Option. Du erwirbst damit das Recht – nicht die Pflicht, eine Aktie zu einem festgelegten Preis (Strike) bis zum Verfallstag zu verkaufen.
Du zahlst eine Prämie. Fällt die Aktie deutlich unter den Strike, wird der Put wertvoll. Bleibt die Aktie über dem Strike, verfällt der Put wertlos – dein Verlust ist die gezahlte Prämie. Long Puts werden besonders häufig zur Absicherung von Aktien-Positionen (Protective Put) eingesetzt.
Beispiel-Setup:
Aktie: AAPL bei 180 $
Du erwartest, dass AAPL in 30 Tagen unter 170 $ fällt.
Kaufe 1 Put Strike 180 $ (30 Tage) für 5,00 $ Prämie
Maximaler Verlust: 5,00 × 100 = 500 $ (gezahlte Prämie)
Break-Even bei Verfall: 180 − 5 = 175 $
Du wettest auf einen fallenden Kurs – oder versicherst eine bestehende Long-Position. Im Gegensatz zum Leerverkauf ist dein Verlust auf die Prämie begrenzt.
✓ Gewinn-Szenario:
AAPL fällt auf 165 $ → Innerer Wert 15 $ → Gewinn pro Kontrakt: (15 − 5) × 100 = 1.000 $
✗ Verlust-Szenario:
AAPL bleibt bei oder über 180 $ → Put verfällt wertlos → Verlust: 500 $ (gesamte Prämie)
So sieht das Gewinn-/Verlust-Profil eines Long Puts bei Verfall aus:
Gespiegelter Hockey-Stick: Begrenzter Verlust nach oben, hoher Gewinn nach unten – maximal bei Aktienkurs 0.
| Greek | Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Delta | −1,0 bis −0,3 | Option steigt, wenn Aktie fällt. ATM ≈ −0,5 |
| Gamma | positiv (max. ATM) | Delta beschleunigt bei Kursfall |
| Theta | negativ | Täglicher Zeitwertverlust – dein Feind |
| Vega | positiv | Profit bei steigender Volatilität (typisch in Crashs) |
| Rho | leicht negativ | Nachteil bei steigenden Zinsen, meist vernachlässigbar |
Tipp: In Marktrückgängen profitierst du doppelt: Delta arbeitet (Kurs fällt) und Vega arbeitet (Volatilität steigt). Das macht den Long Put zum perfekten Crash-Hedge.
Tief im Geld – verhält sich wie ein Short auf die Aktie. Höhere Prämie, weniger Theta-Risiko, höhere Erfolgswahrscheinlichkeit. Ideal für überzeugte bärische Trades oder Absicherung.
Standard-Wahl. Ausgewogenes Verhältnis zwischen Prämie und Hebel. Typisch für klare bärische Setups.
Aus dem Geld – günstige Prämie, hoher Hebel, niedrige Erfolgswahrscheinlichkeit (20–30 %). Beliebt als Crash-Hedge: günstig kaufen, hoffen, dass man sie nicht braucht.
Eigene Strikes und Prämien eingeben, Gewinn-/Verlust-Zonen sofort sehen.
| Strategie | Risiko | Gewinnpotenzial | Eignung |
|---|---|---|---|
| Long Put | Begrenzt (Prämie) | Hoch (bis Strike × 100) | Spekulation & Hedge |
| Short Aktie | Unbegrenzt | Begrenzt (bis 0) | Erfahrene Trader |
| Bear Put Spread | Begrenzt (Netto-Prämie) | Begrenzt | Günstigerer Bear-Trade |
| Protective Put | Begrenzt | Aktie + Put | Portfolio-Versicherung |
Der Long Put ist die einfachste Möglichkeit, bärisch zu spekulieren oder ein Portfolio gegen Marktrückgänge abzusichern – mit klar begrenztem Risiko. Er ist die Versicherung des Trader-Werkzeugkastens.
Fünf Merksätze: