Die häufigste Frage: Wieviel Geld brauche ich?
„Wieviel Startkapital brauche ich für den Optionshandel?“ — Diese Frage stellen sich alle Anfänger. Die Antwort ist erfreulich: Weniger als du denkst. Aber es gibt einen Unterschied zwischen „möglich“ und „sinnvoll“.
Lass uns ehrlich und realistisch durchrechnen, wieviel Kapital du für verschiedene Ziele brauchst.
Das absolute Minimum: 2.000 Euro
Tipp: Bevor du startest, schau dir unseren Broker-Vergleich an und vermeide typische Anfängerfehler.
Technisch kannst du mit 2.000 Euro starten. Du handelst dann Optionen auf günstige Aktien oder ETFs mit niedrigen Kursen (unter 20 $). Das ist gut zum Lernen, aber die Prämien sind klein — vielleicht 30–50 $ pro Trade.
Vorteile: Niedriges Risiko, gute Lernerfahrung, du machst echte Trades mit echtem Geld.
Nachteile: Sehr kleine Prämien, begrenzte Auswahl an Underlyings, Kommissionen fressen einen größeren Anteil.
Der empfohlene Einstieg: 5.000–10.000 Euro
Mit 5.000–10.000 Euro wird es ernst. Du kannst Cash Secured Puts auf solide Aktien im Bereich von 30–80 $ verkaufen. Die Prämien liegen bei 80–200 $ pro Trade — das ist spürbar.
Was du damit machen kannst:
- 1–2 Positionen gleichzeitig
- Monatliche Prämien: 100–250 Euro
- Genug Kapital für die wichtigsten Grundstrategien
- Raum zum Lernen, ohne bei einem Fehler alles zu verlieren
Das ist der Sweet Spot für Anfänger: Groß genug für relevante Trades, klein genug, dass ein Verlust verkraftbar ist.
Das Wachstums-Kapital: 15.000–25.000 Euro
Ab 15.000 Euro öffnet sich die volle Welt des Optionshandels. Du kannst auf Blue-Chip-Aktien wie Apple, Microsoft oder Amazon (über ETFs) handeln. Du diversifizierst über 3–5 Positionen. Die monatlichen Prämien werden zu einem echten Zusatzeinkommen.
- 3–5 Positionen gleichzeitig
- Monatliche Prämien: 300–500 Euro
- Genug für Wheel-Strategie und Credit Spreads
- Der Schneeball-Effekt beginnt spürbar zu wirken
Warum du NICHT mit zu wenig starten solltest
Auch wenn es verlockend ist, mit 500 oder 1.000 Euro zu starten — es gibt gute Gründe dagegen:
- Kommissionen-Problem: Bei sehr kleinen Trades machen die Ordergebühren einen unverhältnismäßig großen Anteil aus
- Keine Diversifikation: Mit einer einzigen Position hängt alles an einem Trade
- Psychologischer Druck: Wenn 500 Euro dein gesamtes Handelskapital sind, wird jeder Trade emotional aufgeladen
- Begrenzte Möglichkeiten: Viele attraktive Aktien erfordern 3.000–10.000 $ pro Cash Secured Put
Wie du dein Startkapital aufbaust
Wenn du noch nicht genug Kapital hast, hier ist ein pragmatischer Plan:
Phase 1: Sparen und Lernen (3–6 Monate)
Spare 300–500 Euro pro Monat auf ein separates Konto. Gleichzeitig lernst du die Grundlagen des Optionshandels. Nach 6 Monaten hast du 1.800–3.000 Euro und das nötige Wissen.
Phase 2: Paper Trading (1–2 Monate)
Viele Broker bieten Demokonten an. Handle 1–2 Monate mit Spielgeld. Das gibt dir Sicherheit und Übung, ohne echtes Geld zu riskieren.
Phase 3: Start mit echtem Geld
Beginne mit deinem angesparten Kapital. Starte konservativ — lieber zu kleine Positionen als zu große. Erhöhe schrittweise, wenn du Erfahrung sammelst.
Phase 4: Reinvestieren und wachsen
Reinvestiere alle Prämien. Spare weiterhin monatlich dazu. Der Schneeball-Effekt übernimmt den Rest.
Welchen Broker wählen?
Die Broker-Wahl ist wichtig, besonders bei kleinerem Kapital. Achte auf:
- Niedrige Kommissionen: Bei kleinen Konten machen Gebühren den Unterschied. Interactive Brokers und Tastytrade bieten günstige Konditionen.
- Zugang zu US-Optionen: US-Optionen haben die beste Liquidität und Auswahl. Europäische Broker bieten das nicht immer.
- Gute Handelsplattform: Du brauchst eine klare Darstellung von Optionsketten, Greeks und Analyse-Tools.
- Margin vs. Cash: Als Anfänger starte mit einem Cash-Konto. Margin kommt später.
Die goldene Regel: Investiere nur, was du dir leisten kannst
Dein Startkapital sollte Geld sein, das du nicht kurzfristig brauchst. Keine Notfall-Reserve, kein Geld für die nächste Miete, keine Schulden aufnehmen.
Bevor du mit dem Optionshandel startest, sorge für:
- Notgroschen: 3–6 Monatsgehälter auf dem Tagesgeld — unangetastet
- Keine hochverzinslichen Schulden: Kreditkarten und Konsumkredite zuerst tilgen
- Stabiles Einkommen: Dein Optionskonto ist kein Ersatz für dein Gehalt — zumindest nicht am Anfang
Fazit: Starte mit dem, was du hast
Die perfekte Startgröße ist die, die du heute aufbringen kannst, ohne dich finanziell zu gefährden. 5.000 Euro sind ideal. 3.000 Euro reichen. Selbst 2.000 Euro funktionieren zum Lernen.
Was nicht funktioniert: Warten, bis du „genug“ Geld hast. Denn „genug“ kommt nie, wenn dein Geld nicht für dich arbeitet. Fang an. Lerne. Wachse.
Einsteiger-Pfad
Artikel 11 von 14 — Von Null zum ersten Trade
Häufig gestellte Fragen

Geschrieben von
Daniel
Aktiver Optionshändler und Gründer der Optionen-Akademie. Daniel ist seit 1998 an der Börse aktiv und handelt seit 2020 erfolgreich mit Optionen — mit mehreren tausend Trades und bisher keinem Verlustjahr. Seine Expertise basiert auf renommierten Ausbildungen mit Zertifikat, sowohl national als auch international. Seine Mission: Menschen mit größtenteils kostenlosem Content das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um ein finanziell freies Leben zu führen.