Auf Bewegung wetten, die größer ist als eingepreist
Beim Long Straddle kaufst du gleichzeitig einen Call und einen Put auf den gleichen Strike, in der Regel am Geld. Du wettest darauf, dass sich die Aktie stark bewegt — in welche Richtung ist egal. Maximaler Verlust ist die gezahlte Prämie, der Gewinn theoretisch unbegrenzt.
Ein Long Straddle besteht aus zwei gekauften Optionen am gleichen Strike:
Solange die Aktie sich nicht weit genug bewegt, verlierst du beide Prämien. Bewegt sie sich aber stark in eine Richtung, kompensiert der Gewinn der einen Option den Verlust der anderen — und übersteigt am Ende beide Prämien.
Beispiel-Setup:
Aktie: XYZ bei 100 $ (am Geld)
Kaufe 1 Call 100 $ (45 Tage) für 5 $ Prämie
Kaufe 1 Put 100 $ (45 Tage) für 5 $ Prämie
Gesamt-Debit: 10 $ × 100 = 1.000 $
Breakevens: 90 $ und 110 $ (Strike minus/plus Gesamtprämie)
Du kaufst eine „Versicherung in beide Richtungen". Die tatsächliche Bewegung muss größer ausfallen als der Markt erwartet hat. Zusätzlich darf die implizite Volatilität nach dem Einstieg nicht so stark fallen, dass sie den Kursgewinn der Optionen auffrisst. Klassische Anwendung: vor wichtigen Events, wenn du erwartest, dass die Reaktion größer ausfällt als die eingepreiste Bewegung. Vor Earnings ist das besonders anspruchsvoll, weil die IV oft schon teuer ist.
Der Long Straddle kombiniert zwei Grundbausteine: Long Call und Long Put.
Gewinn/Verlust am Verfallstag, abhängig vom XYZ-Kurs:
📊 Kennzahlen:
Vor einem Event (z. B. Earnings) ist die IV oft sehr hoch — die Optionen sind teuer. Nach dem Event fällt die IV häufig schlagartig (IV-Crush), selbst wenn die Aktie sich bewegt. Wenn die Bewegung kleiner ausfällt als der Markt eingepreist hatte, verlierst du trotz Bewegung Geld.
Ein Long Straddle gewinnt nicht automatisch, nur weil sich die Aktie bewegt. Vor Earnings oder Fed-Terminen sind Call und Put oft bereits teuer. Entscheidend ist, ob die tatsächliche Bewegung größer ist als die eingepreiste Bewegung und ob der IV-Crush danach nicht zu viel Optionswert vernichtet.
| Oberer Break-even | Strike + Gesamtprämie |
| Unterer Break-even | Strike - Gesamtprämie |
| Merksatz | Richtung ist zweitrangig. Größe, Geschwindigkeit und IV-Veränderung entscheiden. |
Standard ist der nächstgelegene Strike zum aktuellen Aktienkurs. Beide Optionen haben dann etwa Delta ±0,50 — die Position ist „delta-neutral" und reagiert symmetrisch auf Bewegungen in beide Richtungen.
| Aspekt | Long Straddle | Long Strangle |
|---|---|---|
| Strikes | Gleicher Strike (ATM) | Zwei verschiedene Strikes (OTM) |
| Kosten | Höher | Niedriger |
| Benötigte Bewegung | Kleiner | Größer |
| Max Verlust | Höher (gesamte Prämie) | Niedriger |
| Theta | Stärker negativ | Etwas weniger negativ |
Faustregel: Long Straddle, wenn du eine moderate, aber sichere Bewegung erwartest. Long Strangle, wenn du eine sehr große Bewegung erwartest und Geld sparen willst.
Eigene Strikes und Prämien für den Long Straddle eingeben — siehe sofort deine Gewinn- und Verlustzonen, Break-Even-Punkte und Max-Verlust.
Long Straddle mit eigenen Strikes durchspielen — beste Visualisierung für Multi-Leg-Strategien.
🏦Definiertes Risiko, niedrige Margin — Standard-Margin reicht aus.
🔍Vor Earnings die IV-Crush-Wahrscheinlichkeit prüfen — entscheidend für Long Straddles.
* Affiliate-Links — keine Mehrkosten für dich, unterstützen aber die Arbeit hier.
| Marktmeinung | Große Bewegung erwartet, Richtung zweitrangig |
| Komplexität | Fortgeschritten |
| Kapitalbedarf | Mittel (zwei ATM-Prämien) |
| Max Gewinn | Offen nach oben, begrenzt nach unten bis Aktienkurs 0 |
| Max Verlust | Gezahlte Gesamtprämie |
| Idealer Strike | am Geld (ATM) |
| Ideale Laufzeit | 30–45 Tage |
| Schließen bei | 50 % Gewinn / 50 % Verlust / 14 DTE |
Der Long Straddle ist die klassische Volatilitäts-Kauf-Strategie für Trader, die vor Events große Bewegungen erwarten. Wer sparen will und bereit ist, eine größere Bewegung zu akzeptieren, ist mit dem Long Strangle besser bedient. Die Gegenseite — niedrige Volatilität verkaufen — ist der Short Strangle oder Short Straddle.