Maximale Prämie für punktgenauen Stillstand — höchstes Risiko
Beim Short Straddle verkaufst du gleichzeitig einen Call und einen Put auf den gleichen Strike (am Geld). Du wettest auf Stillstand der Aktie und kassierst doppelte Prämie. Aber: Das Verlustpotenzial ist theoretisch unbegrenzt.
Der Short Straddle hat theoretisch unbegrenztes Verlustpotenzial in beide Richtungen. Diese Strategie ist nicht für Anfänger geeignet und verlangt erhebliche Erfahrung sowie konsequentes Risiko-Management. Im Vergleich zum Short Strangle ist die Profit-Zone noch enger — schon kleine Bewegungen können Verluste verursachen.
Ein Short Straddle besteht aus zwei verkauften Optionen am gleichen Strike:
Du kassierst doppelte Prämie und profitierst maximal, wenn die Aktie genau am Strike verfällt. Bewegt sie sich auch nur leicht, sinkt der Gewinn schnell. Außerhalb der Breakevens entsteht Verlust — und der ist nach oben theoretisch unbegrenzt.
Beispiel-Setup:
Aktie: SPY bei 450 $ (am Geld)
Verkaufe 1 Call 450 $ (45 Tage) für 8 $ Prämie
Verkaufe 1 Put 450 $ (45 Tage) für 8 $ Prämie
Netto-Credit: 16 $ × 100 = 1.600 $ vor Kosten
Breakevens: 434 $ und 466 $ (Strike minus/plus Netto-Prämie)
Du verkaufst sehr viel implizite Volatilität direkt am aktuellen Kurs. Der Markt zahlt dir eine hohe Netto-Prämie, weil er Bewegung erwartet. Damit der Trade funktioniert, muss die tatsächliche Bewegung kleiner bleiben als eingepreist; schon ein Gap oder ein schneller Trend kann die Prämie übersteigen.
Gewinn/Verlust am Verfallstag, abhängig vom SPY-Kurs:
📊 Kennzahlen:
Der Short Straddle sammelt viel Netto-Prämie ein, weil beide Optionen am Geld verkauft werden. Genau deshalb ist die Gewinnzone schmal: Der maximale Gewinn entsteht nur sehr nahe am Strike. Bereits normale Kursbewegungen, IV-Anstieg oder ein Gap können den Vorteil aus Theta schnell überholen.
| Netto-Prämie | Call-Prämie + Put-Prämie abzüglich Gebühren und Slippage |
| Assignment | Beide Short-Optionen liegen am Geld; frühe Zuteilung und Positionsmanagement müssen vorher geplant sein. |
| Gap-Risiko | Ein Overnight-Gap kann die enge Gewinnzone sofort verlassen und Stops schlechter ausführen als geplant. |
| Defined-Risk-Alternative | Der Iron Butterfly bildet eine ähnliche Marktthese mit begrenztem Maximalverlust ab. |
| Aspekt | Short Straddle | Short Strangle |
|---|---|---|
| Strikes | Gleicher Strike (ATM) | Zwei verschiedene Strikes (OTM) |
| Prämie | Höher | Niedriger |
| Profit-Zone | Sehr schmal | Breiter |
| Gewinnwahrscheinlichkeit | ~50 % | 60–70 % |
| Tail-Risk | Sehr hoch | Hoch |
| Komplexität | Profi | Fortgeschritten |
Faustregel: Der Short Strangle hat eine breitere Gewinnzone und ist meist weniger punktgenau als der Short Straddle. Der Short Straddle liefert mehr Netto-Prämie, verlangt aber die stärkere These: Der Kurs soll sehr nahe am Strike bleiben.
Eigene Strikes und Prämien für den Short Straddle eingeben — siehe sofort deine Gewinn- und Verlustzonen, Break-Even-Punkte und Max-Verlust.
Short Straddle mit eigenen Strikes durchspielen — beste Visualisierung für Multi-Leg-Strategien.
🏦Höchste Margin-Anforderung — bei IBKR am vernünftigsten.
🔍Hohe IV reicht nicht allein — prüfe eingepreiste Bewegung, Liquidität, Event-Risiko und Margin live.
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| Marktmeinung | Stillstand, niedrige zukünftige Volatilität |
| Komplexität | Profi |
| Margin-Bedarf | Sehr hoch (Naked-Optionen) |
| Max Gewinn | Netto-Prämie vor Kosten, maximal nahe am Strike |
| Max Verlust | unbegrenzt auf der Call-Seite, sehr hoch auf der Put-Seite |
| Idealer Strike | am Geld (ATM) |
| Ideale Laufzeit | 30–45 Tage |
| Schließen bei | 25 % Gewinn / 200 % Verlust / 21 DTE |
Der Short Straddle ist eine aggressive Volatilitäts-Verkaufsstrategie: hohe Netto-Prämie, sehr schmale Gewinnzone und hohes Gap- sowie Assignment-Risiko. Wer das unbegrenzte Risiko nicht bewusst tragen will, sollte den Short Strangle als breitere Naked-Variante oder Iron Butterfly und Iron Condor als definierte-Risiko-Alternativen prüfen.