Mehr als eine Ordermaske
Du siehst nicht nur Strike und Prämie, sondern auch Gewinnzone, Breakeven, Risiko, Payoff-Diagramm und Szenarien über die Laufzeit.
Tool-Anleitung
Diese OptionStrat Anleitung auf Deutsch zeigt dir, wie du das Tool als Visualizer und Rechner für Optionsstrategien nutzt. Du führst dort keine Order aus, sondern baust eine Position vorab nach: Breakeven, Maximalgewinn, Maximalverlust, Griechen, Zeitwertverfall und Volatilitätsszenarien werden sichtbar, bevor du beim Broker klickst.
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Du siehst nicht nur Strike und Prämie, sondern auch Gewinnzone, Breakeven, Risiko, Payoff-Diagramm und Szenarien über die Laufzeit.
Die Profit/Loss-Tabelle zeigt, wie sich eine Position in 7, 14 oder 30 Tagen verhält, nicht nur am Verfallstag.
Mit dem IV-Slider prüfst du, wie empfindlich ein Spread oder Iron Condor auf steigende oder fallende implizite Volatilität reagiert.
Die meisten Trader planen eine Optionsposition nur mit der Ordermaske ihres Brokers. Das ist bequem, aber dünn: Der Broker zeigt dir meist den Preis, nicht die ganze Struktur. OptionStrat schließt genau diese Lücke. Das Tool ist der Bauplan vor dem Hausbau. Du baust die Strategie dort auf, prüfst sie durch und entscheidest danach, ob die Order überhaupt sinnvoll ist.
OptionStrat funktioniert im Browser ohne Installation. Für die Grundlogik reicht die kostenlose Version oft aus. Einige besonders nützliche Funktionen für Mehrbeiner sind aber Teil der kostenpflichtigen Stufen.
| Funktion | Kostenlos | Live Tools / Premium |
|---|---|---|
| Strategie-Baukasten und Vorlagen | ja | ja |
| Gewinn-/Verlust-Chart und Tabelle | ja | ja |
| Max. Gewinn, Max. Verlust, Breakeven | ja | ja |
| IV-Slider für Volatilitätsszenarien | ja | ja |
| Kursdaten | verzögert | je nach Paket Echtzeit |
| Net-Griechen der Gesamtposition | eingeschränkt | ja |
| Chance of Profit, Volumen-Overlay, Termine, Kommissionen | eingeschränkt | ja |
Wichtig: Wenn du die kostenlose Version nutzt, kannst du die Griechen einzelner Optionen trotzdem ablesen und selbst zusammenrechnen. Bei zwei Beinen geht das schnell. Beim Iron Condor mit vier Beinen wird es unbequemer.
Über Build findest du vorgefertigte Strategien. Für diese Anleitung sind vor allem Bull Put Spread, Bear Call Spread und Iron Condor wichtig.
Rot steht für Puts, grün für Calls. Long-Beine sind gekauft, Short-Beine verkauft. Diese Farblogik hilft, Mehrbeiner schnell zu verstehen.
Hier findest du Net Credit oder Debit, Max Profit, Max Loss, Breakeven und je nach Paket die zusammengefassten Griechen.
Der Chart zeigt die Gewinnkurve für einen Zeitpunkt. Die Tabelle zeigt Kurse und Tage gleichzeitig. Für Stillhalter ist die Tabelle oft wertvoller.
Warum die Tabelle wichtiger ist als die Verfallskurve: Die bekannte Knickkurve am Verfallstag ist der theoretische Endpunkt. Viele Stillhalter schließen aber bei 50 bis 70 Prozent des Maximalgewinns oder vor den letzten Tagen. Interessant ist deshalb: Was passiert in 14 oder 30 Tagen, wenn der Basiswert seitwärts läuft?
| OptionStrat | Bedeutung | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Strike | Basispreis | Preis, ab dem das Bein kritisch wird |
| Expiration / DTE | Verfallstag / Restlaufzeit | Für Stillhalter häufig 30 bis 60 Tage als Startpunkt |
| Net Credit | Netto-Prämieneinnahme | Maximaler Gewinn bei Credit-Strategien |
| Max Loss | Maximalverlust | Spreadbreite minus Prämie, bei definiertem Risiko |
| Breakeven | Gewinnschwelle | Ab dort beginnt der Verlustbereich am Verfall |
| IV | Implizite Volatilität | Hohe IV bedeutet höhere Prämie, aber nicht automatisch gute Trades |
| Open Interest / Bid-Ask | Liquidität | Zu wenig OI oder weite Spreads können gute Rechnungen praktisch unhandelbar machen |
Markterwartung: Der Basiswert steigt, läuft seitwärts oder fällt nur leicht. Für das Beispiel denken wir an einen liquiden ETF wie SPY, einen SPY-Kurs um 774 USD und 42 Tage Restlaufzeit. Die Zahlen sind bewusst Beispielwerte.
SPY. Futures erreichst du mit Schrägstrich, etwa /ES.Shift-Trick: Wenn du beim Verschieben der Strikes Shift gedrückt hältst, bleiben die Beine zusammen. So testest du schnell, wie sich Prämie und Risiko ändern, wenn der ganze Spread weiter aus dem Geld wandert.
| Grieche | Typischer Wert | Bedeutung |
|---|---|---|
| Delta | leicht positiv | Steigt der Basiswert, hilft das der Position. Fällt er, wird es unangenehmer. |
| Theta | positiv | Der Zeitablauf arbeitet für dich, solange der Kurs nicht stark gegen dich läuft. |
| Vega | negativ | Steigende IV schadet, fallende IV hilft. |
| Gamma | negativ | Je näher der Kurs an den Short-Strike läuft, desto schneller kippt das Risiko. |
In der kostenlosen Version kannst du das Positionsdelta überschlagen: Delta der Long-Option minus Delta der Short-Option, jeweils mal 100 pro Kontrakt. Beispiel: −0,13 minus −0,20 ergibt +0,07, also ungefähr +7 Dollar pro 1 USD Bewegung im Basiswert.
Markterwartung: Der Basiswert fällt, läuft seitwärts oder steigt nur leicht. Der Bear Call Spread ist die Call-Seite des gleichen Prinzips.
| Bein | Typ | Beispiel-Strike | Rolle |
|---|---|---|---|
| 1 | Short Call | 785 | Prämie einnehmen |
| 2 | Long Call | 795 | Risiko nach oben begrenzen |
Im Screenshot liegt der Bear Call Spread bei 785/795. Die vereinnahmte Prämie beträgt 372,50 USD, der maximale Verlust 627,50 USD und der Breakeven liegt bei 788,73 USD.
Der entscheidende Unterschied zum Bull Put Spread ist das Delta: Es dreht das Vorzeichen. Theta, Vega und Gamma verhalten sich ähnlich. Genau das bereitet den Iron Condor vor.
Warum Call-Spreads oft weniger Prämie bringen: Bei Aktienindizes sind Puts aus dem Geld häufig teurer als Calls aus dem Geld. Das liegt an der Volatilitätsschiefe, weil Absicherung nach unten stärker nachgefragt wird. Ein symmetrischer Iron Condor ist deshalb nach Abstand, Delta und Prämie oft nicht gleichzeitig symmetrisch.
Markterwartung: Der Basiswert bleibt in einer Spanne. Ein Iron Condor ist ein Bull Put Spread plus ein Bear Call Spread auf denselben Basiswert und denselben Verfallstag.
| Bein | Typ | Beispiel-Strike | Rolle |
|---|---|---|---|
| 1 | Long Put | 750 | Schutz unten |
| 2 | Short Put | 760 | Prämie unten |
| 3 | Short Call | 785 | Prämie oben |
| 4 | Long Call | 795 | Schutz oben |
Im Screenshot kombiniert der Iron Condor den Bull Put Spread 750/760 mit dem Bear Call Spread 785/795. Die vereinnahmte Gesamtprämie liegt bei 588,50 USD, der maximale Verlust bei 411,50 USD. Die Breakevens liegen ungefähr zwischen 754,11 USD und 790,89 USD.
Nicht bis zum Verfall romantisieren: Die letzten Tage liefern viel Theta, aber auch sehr viel Gamma-Risiko. Viele Stillhalter schließen einen Condor bei etwa 50 Prozent des Maximalgewinns oder reduzieren Risiko vor den letzten Wochen.
| Bull Put Spread | Bear Call Spread | Iron Condor | |
|---|---|---|---|
| Markterwartung | steigend bis seitwärts | fallend bis seitwärts | seitwärts |
| Anzahl Beine | 2 | 2 | 4 |
| Risikoprofil | definiert | definiert | definiert |
| Delta | leicht positiv | leicht negativ | anfangs oft nahe neutral |
| Theta | positiv | positiv | stärker positiv |
| Vega | negativ | negativ | stärker negativ |
| Betreuungsaufwand | gering bis mittel | gering bis mittel | höher |
Ziehe die implizite Volatilität um fünf Punkte nach oben und unten. Bei Credit-Spreads und Condors siehst du sofort, warum steigende IV nach dem Einstieg schadet.
Prüfe Volumen, Open Interest und Bid-Ask-Spreads. Eine rechnerisch schöne Position kann schlecht sein, wenn du sie nur teuer eröffnen oder schließen kannst.
OptionStrat rechnet häufig mit dem Mittelkurs. Nach echter Ausführung solltest du deine tatsächlichen Preise eintragen, damit die Überwachung stimmt.
OptionStrat ist ein Szenariowerkzeug, keine Prognosemaschine. Der IV-Slider beantwortet „Was wäre wenn?“, nicht „Was wird passieren?“. Ergänze die Analyse deshalb mit IV Rank, IV Percentile, Earnings-Terminen, Ex-Dividenden-Daten und den konkreten Orderpreisen deines Brokers.
Die Verfallskurve ist wichtig, aber nicht ausreichend. Die Tabelle zeigt, wie die Position unterwegs reagiert.
Bei illiquiden Optionen kann der angezeigte Mittelkurs theoretisch schön und praktisch unrealistisch sein.
Ein Iron Condor hat vier Beine beim Öffnen und oft vier beim Schließen. Gebühren und Slippage können viel Prämie auffressen.
Hohe Prämie hat oft einen Grund. Prüfe Quartalszahlen, Zentralbanktermine, Ex-Dividenden-Tage und besondere Ereignisse.
Nein. OptionStrat ist ein Analyse- und Visualisierungstool. Du planst dort eine Optionsstrategie, prüfst Payoff-Diagramm, Greeks, Breakeven und Szenarien. Die eigentliche Order gibst du anschließend bei deinem Broker ein.
Ja, für viele Grundlagen reicht die kostenlose Version. Für Echtzeitdaten, kombinierte Positions-Greeks, Chance of Profit, Kommissionen und einige Komfortfunktionen brauchst du je nach Nutzung ein kostenpflichtiges Paket oder eine Testphase.
Diese drei Strategien bauen logisch aufeinander auf. Der Bull Put Spread zeigt die Put-Seite, der Bear Call Spread die Call-Seite und der Iron Condor kombiniert beide Seiten zu einer neutraleren Stillhalter-Strategie.
Das Payoff-Diagramm zeigt, bei welchen Kursen eine Strategie Gewinn oder Verlust macht. Bei Spreads erkennst du Maximalgewinn, Maximalverlust und Breakeven. Zusammen mit der Tabelle siehst du außerdem, wie sich Zeitwertverfall und Volatilität auf die Position auswirken.
Nein. Die Screenshots sind Momentaufnahmen vom 07.08.2026 und dienen nur als Beispiel für die Bedienung. Ob eine reale Position sinnvoll ist, hängt von Marktlage, Volatilität, Liquidität, Kontogröße, Risiko und Broker-Konditionen ab.
Risikohinweis: Diese Anleitung erklärt ein Analysewerkzeug und Beispiele für Optionsstrategien. Sie ist keine Anlageberatung, keine Handelsempfehlung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten. Optionshandel ist riskant und kann zu erheblichen Verlusten führen.
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