📊 Hilf uns, bessere Inhalte zu erstellen! Zur Umfrage →

Positionsgröße berechnen: So schützt du dein Konto im Optionshandel

blog-positionsgroesse-berechnen-optionshandel

Warum die Positionsgröße wichtiger ist als die Strategie

Die meisten Anfänger verbringen 90 Prozent ihrer Zeit mit der Frage „Welche Strategie?“ und 10 Prozent mit „Wie viel?“. Erfahrene Trader machen es genau umgekehrt. Denn selbst die beste Strategie zerstört dein Konto, wenn du zu große Positionen fährst. Und selbst eine mittelmäßige Strategie kann profitabel sein, wenn die Positionsgröße stimmt.

Positionsgröße berechnen: Grundformel, Beispiele für 10.000$, 50.000$ und 100.000$ Konten, Formeln für CSP, Credit Spread, Iron Condor und Covered Call
Positionsgröße berechnen: Die Grundformel und Beispiele für verschiedene Kontogrößen und Strategien

Die Grundformel: Maximaler Verlust pro Trade

Bevor du die Positionsgröße bestimmst, musst du zwei Dinge wissen: Wie groß ist dein Portfolio? Und wie viel Prozent bist du bereit, pro Trade zu riskieren?

Die Formel: Maximaler Verlust pro Trade = Portfolio-Wert × Risiko-Prozentsatz

Konservativ (2 %): Bei einem 50.000-Dollar-Konto riskierst du maximal 1.000 Dollar pro Trade.
Moderat (3 %): 1.500 Dollar pro Trade.
Aggressiv (5 %): 2.500 Dollar pro Trade.

Für Anfänger empfehle ich 2 Prozent. Du kannst später auf 3 bis 5 Prozent erhöhen, wenn du Erfahrung und Vertrauen in deine Strategie aufgebaut hast.

Positionsgröße für Cash Secured Puts

Beim Cash Secured Put ist der maximale Verlust: (Strike – Prämie) × 100. Theoretisch könnte die Aktie auf null fallen, aber in der Praxis kalkulieren wir mit einem realistischen Worst Case.

Praktische Methode: Nimm den Kapitalbedarf (Strike × 100) und prüfe, ob er zu deinem Portfolio passt. Faustregel: Ein einzelner CSP sollte nicht mehr als 10 bis 20 Prozent deines Portfolios binden.

Beispiel mit 30.000-Dollar-Konto:

Ein CSP auf eine 50-Dollar-Aktie bindet 5.000 Dollar = 16,7 Prozent deines Portfolios — das passt.
Ein CSP auf eine 200-Dollar-Aktie bindet 20.000 Dollar = 66,7 Prozent — viel zu viel. Hier wäre ein Credit Spread die bessere Wahl.

Positionsgröße für Credit Spreads

Beim Credit Spread ist die Berechnung einfacher, weil das Risiko definiert ist:

Maximaler Verlust = (Breite der Strikes – Prämie) × 100

Beispiel: 5-Dollar-Spread, 1,50 Dollar Prämie → Max. Verlust = 350 Dollar pro Kontrakt.

Bei einem 30.000-Dollar-Konto mit 2 Prozent Risiko (600 Dollar pro Trade) kannst du 1 Kontrakt handeln (350 Dollar Risiko). Bei 3 Prozent (900 Dollar) könntest du auch 2 Kontrakte nehmen (700 Dollar Risiko).

Formel für die Anzahl Kontrakte:
Kontrakte = (Portfolio × Risiko-%) / (Breite – Prämie) / 100
= (30.000 × 0,03) / (5 – 1,50) / 100
= 900 / 350 = 2,57 → abrunden auf 2 Kontrakte

Positionsgröße für Iron Condors

Beim Iron Condor ist das Risiko auf einer Seite die Breite der Flügel minus die Gesamtprämie:

Beispiel: 10-Dollar-Flügel, 3 Dollar Gesamtprämie → Max. Verlust = 700 Dollar pro Kontrakt.

Bei einem 50.000-Dollar-Konto mit 3 Prozent Risiko (1.500 Dollar): 1.500 / 700 = 2,14 → 2 Kontrakte maximal.

Positionsgröße für verschiedene Kontogrößen

Kleines Konto (5.000 bis 15.000 Dollar)

Mit einem kleinen Konto bist du eingeschränkt. CSPs nur auf günstige Aktien (unter 30 Dollar). Credit Spreads sind dein Hauptwerkzeug — sie brauchen wenig Kapital und haben definiertes Risiko. Maximal 3 bis 4 offene Positionen gleichzeitig.

Mittleres Konto (15.000 bis 50.000 Dollar)

Hier öffnet sich die volle Bandbreite: CSPs auf mittelpreisige Aktien, Credit Spreads, Iron Condors. Du kannst 5 bis 8 Positionen gleichzeitig halten und sinnvoll diversifizieren.

Großes Konto (über 50.000 Dollar)

Alle Strategien sind verfügbar, inklusive PMCC und Wheel-Strategie auf teurere Aktien. Die Herausforderung hier ist nicht der Kapitalmangel, sondern die Disziplin, nicht zu viele oder zu große Positionen einzugehen.

Die Gesamtportfolio-Perspektive

Neben der Einzelpositionsgröße musst du das Gesamtbild im Blick behalten:

Maximale Buying Power Used: Nutze nie mehr als 50 Prozent deiner Kaufkraft. Die anderen 50 Prozent sind dein Puffer für Anpassungen und deine Reserve für Gelegenheiten.

Maximales Gesamtrisiko: Wenn alle deine Positionen gleichzeitig den maximalen Verlust erleiden würden — wie viel verlierst du? Dieser Wert sollte nie mehr als 20 bis 30 Prozent deines Portfolios betragen.

Korrelationsrisiko: 5 Positionen à 2 Prozent Risiko = 10 Prozent Gesamtrisiko — aber nur wenn die Positionen unkorreliert sind. 5 Tech-Puts in einem Crash können alle gleichzeitig verlieren. Diversifiziere über Sektoren.

Fazit

Die Positionsgröße ist der unspektakulärste, aber wichtigste Teil deines Tradingplans. Berechne sie vor jedem Trade, notiere sie in deinem Journal, und widerstehe der Versuchung, sie zu erhöhen, wenn du eine Glückssträhne hast. Disziplin bei der Positionsgröße ist das, was langfristig erfolgreiche Trader von allen anderen unterscheidet.

Mindset-Pfad

Artikel 8 von 10 — Trading-Psychologie meistern

Tipp: Nutze unsere Positionsgrößen-Rechner, um die optimale Kontraktanzahl für deinen nächsten Trade zu berechnen.

Häufig gestellte Fragen

Sollte ich meine Positionsgröße nach einer Verlustserie reduzieren?
Ja. Wenn dein Konto kleiner wird, sinkt auch dein erlaubtes Risiko pro Trade automatisch (weil es ein Prozentsatz ist). Zusätzlich kann es sinnvoll sein, den Risiko-Prozentsatz vorübergehend zu senken, um Kapital zu schonen und Vertrauen aufzubauen.
Wie viele Positionen sollte ich maximal gleichzeitig offen haben?
Als Faustregel: 5 bis 10 Positionen. Weniger als 5 bietet zu wenig Diversifikation. Mehr als 10 ist schwer zu überwachen. Passe die Anzahl an deine verfügbare Zeit an — jede Position braucht tägliche oder wöchentliche Aufmerksamkeit.
Kann ich die Positionsgröße erhöhen, wenn ich Erfahrung gesammelt habe?
Ja, aber schrittweise. Starte mit 2 Prozent Risiko pro Trade. Nach 50 bis 100 dokumentierten Trades mit positivem Ergebnis kannst du auf 3 Prozent erhöhen. Nach weiteren 100 Trades gegebenenfalls auf 5 Prozent. Nie mehr als 5 Prozent pro Einzeltrade.
Daniel

Geschrieben von

Daniel

Aktiver Optionshändler und Gründer der Optionen-Akademie. Daniel ist seit 1998 an der Börse aktiv und handelt seit 2020 erfolgreich mit Optionen — mit mehreren tausend Trades und bisher keinem Verlustjahr. Seine Expertise basiert auf renommierten Ausbildungen mit Zertifikat, sowohl national als auch international. Seine Mission: Menschen mit größtenteils kostenlosem Content das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um ein finanziell freies Leben zu führen.