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Bull Put Spread Beispiel: Anleitung, Payoff und Risiko einfach erklärt

Bull Put Spread Payoff Diagramm mit Long Put bei niedrigerem Strike, Short Put bei höherem Strike und Break-even

Mein erster Bull Put Spread war auf Procter & Gamble. Ich hatte vorher monatelang Short Puts auf solide Dividendenwerte verkauft, alles lief glatt — und genau das war das Problem. Statt mit einem Kontrakt anzufangen, nahm ich gleich fünf. Mein Short-Strike lag rund 3,5 Prozent unter dem damaligen Kurs. Dieser Abstand allein sagte jedoch noch nichts darüber aus, ob Prämie und Risiko zusammenpassten. Trotzdem habe ich am Verfallstag rund 400 Dollar verloren.

Diese Geschichte zeige ich dir später im Artikel mit allen Zahlen. Sie zeigt, wie wichtig beim Bull Put Spread ein passendes Setup, eine begrenzte Positionsgröße und ein vorher festgelegter Ausstiegsplan sind.

Credit-Spread-Serie

Bull Put Spread im Gesamtbild

Dieser Artikel ist Teil 1 einer dreiteiligen Serie. Erst geht es um den bullischen Credit Spread, dann um die bärische Variante und danach um den Iron Condor als Kombination aus beiden Seiten.

In diesem Artikel lernst du:

  • wie ein Bull Put Spread aufgebaut ist und welche Chancen und Risiken er hat,
  • wie du die zwei Legs richtig aufbaust und welche Strikes sinnvoll sein können,
  • wie du Maximalgewinn, Maximalverlust und Breakeven in unter 30 Sekunden ausrechnest,
  • und am Beispiel meines PG-Trades, welche Fehler dich am meisten Geld kosten.

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Wenn du den Aufbau nicht nur lesen, sondern Schritt für Schritt nachvollziehen möchtest, lade dir den passenden Leitfaden zum Artikel herunter.

  • Payoff-Diagramm und Strike-Logik
  • Break-even, Maximalgewinn und Maximalverlust
  • Praxisbeispiel mit typischen Fehlern
  • kompakte Checkpunkte vor dem Einstieg

Du bekommst zuerst eine kurze Bestätigungs-Mail. Danach öffnet sich die Download-Seite mit dem PDF.

Wenn dir die Grundlogik von Call, Put, Long und Short noch nicht ganz klar ist, lies vorher den Artikel Optionsstrategien verstehen. Für das Diagramm kannst du den Payoff-Visualizer parallel öffnen.

Was ist ein Bull Put Spread?

Ein Bull Put Spread ist ein bullischer Credit Spread mit begrenztem Gewinn und begrenztem rechnerischem Verlust. Du verkaufst einen Put mit höherem Strike und kaufst gleichzeitig einen Put mit niedrigerem Strike. Beide Optionen haben denselben Basiswert, Verfallstag und dieselbe Kontraktzahl. Die Differenz der Prämien ist der Net Credit.

Bei Verfall liegt der maximale Gewinn vor Kosten vor, wenn der Kurs auf oder über dem Short-Strike steht. Unterhalb des Break-even entsteht ein Verlust. Fällt der Kurs bis zum Long-Strike oder darunter, ist der rechnerische Maximalverlust erreicht. Ein kleiner Kursanstieg oder eine Seitwärtsbewegung allein garantiert deshalb keinen Gewinn.

  • Credit: Du erhältst bei der Eröffnung eine Netto-Prämie; sie ist noch kein realisierter Gewinn.
  • Begrenzter Verfalls-Payoff: Der gekaufte Put begrenzt den Verlust des vollständigen Spreads. Kontraktzahl, Gebühren und Abwicklung bleiben zu beachten.
  • Keine feste Trefferquote: Chancen und Risiken hängen von Strikes, Laufzeit, Marktbewegung, Volatilität und Ausstiegsregeln ab.

Wie ein Bull Put Spread aufgebaut ist — die zwei Legs

Der Short Put liegt beim höheren Strike und bringt die Prämie. Der Long Put liegt beim niedrigeren Strike und kostet einen Teil dieser Prämie. Erst unterhalb des Long-Strikes gleicht sein innerer Wert bei Verfall weitere Verluste des Short Puts vollständig aus. Vor dem Verfall verändern sich zusätzlich Zeitwert und implizite Volatilität.

Für die Planung kannst du die beiden Legs im Payoff-Visualizer durchspielen. Für die tatsächliche Order sind außerdem Geld-Brief-Spanne, Gebühren, Handelbarkeit und die Vorgaben deines Brokers wichtig.

Strike-Wahl: Wie weit weg vom aktuellen Kurs?

Es gibt keinen Kursabstand, der für jede Aktie und jede Laufzeit einen sicheren Bull Put Spread ergibt. Prüfe Abstand, Laufzeit, Credit und Maximalverlust zusammen. Das Delta kann eine grobe Orientierung geben; es ist weder eine garantierte Gewinnwahrscheinlichkeit des Spreads noch eine Aussage über den Erwartungswert.

AuswahlMöglicher VorteilAbwägung
Short Put weiter aus dem GeldMehr Abstand zum aktuellen KursHäufig weniger Credit; ein Kursgap kann den Abstand überspringen.
Short Put näher am GeldHäufig höherer CreditWeniger Abstand und stärkere Empfindlichkeit gegenüber Kursrückgängen.
Long Put näher am Short PutKleinere Spread-BreiteAbsicherung kostet Prämie; verfügbare Strikes und Liquidität beachten.
Long Put weiter entferntHäufig höherer CreditGrößerer möglicher Verlust pro Spread; Kontraktzahl entsprechend prüfen.

Feste Regeln wie „immer 7 bis 10 Prozent Abstand“ oder „ein bestimmtes Delta bedeutet 80 Prozent Gewinnchance“ reichen zur Auswahl nicht aus. Technische Unterstützungen sind mögliche Orientierungspunkte, aber keine Verlustgrenze. Vergleiche auch implizite Volatilität, Ereignistermine und die Liquidität beider Optionen.

Bull Put Spread Beispiel an Procter & Gamble — mein erster Trade

Hier mein erster Bull Put Spread an Procter & Gamble. Die Beträge stammen aus meinem damaligen Trade-Beispiel und sind gerundet; sie sind keine aktuellen Marktdaten.

Wie im Chart zu sehen ist, hatte sich nach dem Hoch Ende 2020 eine Range gebildet. Aus dem Handelsvolumen allein lässt sich nicht sicher ablesen, welche Marktteilnehmer gekauft haben. Ich ging deshalb von einer Seitwärtsbewegung oder einem leichten Anstieg aus.

Setup am 5. Februar 2021

  • Underlying: Procter & Gamble (PG)
  • Aktienkurs: 129,57 Dollar
  • Verfallstag: 26. Februar 2021 (21 Tage Laufzeit)
  • Short-Put-Strike: 125 Dollar (~3,5 % unter dem Kurs)
  • Long-Put-Strike: 123 Dollar (Spread-Breite 2 Dollar)
  • Kontrakte: 5 (zu viele für den ersten Trade — dazu gleich mehr)

Heute würde ich Spread-Breite, vereinnahmten Credit und Kontraktzahl gemeinsam am vorher festgelegten Verlustbudget ausrichten. Ein breiterer Spread ist nicht automatisch sicherer.

Die Eröffnung

LegPrämie pro AktieAnzahl × 100Bruttobetrag
Short Put 125 verkauft+0,73 $5 × 100+365 $
Long Put 123 gekauft−0,49 $5 × 100−245 $
Net Credit (nach Gebühren)≈ +115 $

Aus dem damaligen Eröffnungscredit ergeben sich folgende rechnerische Größen:

  • Maximaler Gewinn: ~115 Dollar (der eingenommene Net Credit)
  • Maximaler Verlust: ~885 Dollar (Spread 2 $ × 5 × 100 − Credit)
  • Breakeven: 124,77 Dollar (Short-Strike − Net Credit pro Aktie)
  • ROI bei Erfolg: ca. 13 Prozent in 21 Tagen

Der Abstand zum Short-Strike betrug rund 3,5 Prozent. Entscheidend war aber das Gesamtbild: etwa 115 Dollar möglicher Gewinn standen rund 885 Dollar rechnerischem Maximalverlust gegenüber. Weder der Kursabstand noch der Ruf einer Dividendenaktie ersetzten einen Ausstiegsplan.

Was tatsächlich passierte

PG fiel in den drei Wochen Laufzeit von 129,57 Dollar auf unter 125 Dollar. Der Short Put geriet ins Geld. Die folgende Tabelle zeigt die gerundeten Schließungsbeträge und das damalige Gesamtergebnis einschließlich Eröffnung:

LegSchluss-WertSchließungsbetrag / Gesamtergebnis
Short Put 125 zurückgekauft1,07 $−538 $
Long Put 123 verkauft0,05 $+22 $
Gesamtergebnis≈ −402 $

Statt eines möglichen Gewinns von etwa 115 Dollar entstand laut damaligem Trade-Beispiel ein Verlust von rund 402 Dollar. Das sind ungefähr 45 Prozent des angegebenen Maximalverlusts von 885 Dollar. Die gerundeten Einzelbeträge können durch Gebühren und Rundung geringfügig vom Gesamtergebnis abweichen.

Hier der weitere Verlauf — doch niemand hat die Kristallkugel.

Drei Fehler, die ich gemacht habe

Schauen wir die Sache ehrlich an. Der Markt war nicht der Schuldige. Ich war es.

Fehler 1: Zu viele Kontrakte für den ersten Trade. Statt mit einem Kontrakt anzufangen, habe ich gleich fünf genommen. Hätte ich nur einen Kontrakt gehandelt, wäre der Verlust 80 Dollar gewesen — schmerzhaft, aber lehrreich. Bei fünf Kontrakten wurde aus dem „Lehrgeld“ ein echter Schaden.

Fehler 2: Kein Exit-Plan. Ich habe weder einen Stop-Loss definiert noch eine Gewinnmitnahme-Schwelle. Ich hielt die Position bis zum Verfallstag, ohne eine klare Regel für das Schließen festgelegt zu haben.

Fehler 3: Trend ignoriert. Den Bruch der 127-Dollar-Marke hätte ich als Anlass nehmen können, meine ursprüngliche Marktannahme zu überprüfen. Stattdessen habe ich gehofft, dass die Aktie sich erholt — eine Hoffnung, die nicht aufging.

Diese Fehler zeigen, warum Positionsgröße und Ausstiegsplan zur Strategie gehören. Ihre Vermeidung garantiert keinen Gewinn.

Maximaler Gewinn, Verlust und Breakeven berechnen

Ein vollständiges Rechenbeispiel: Du verkaufst den 100er Put und kaufst den 95er Put desselben Verfallstags. Der Net Credit beträgt 1 Dollar pro Aktie. Bei einem Kontraktmultiplikator von 100 erhältst du 100 Dollar. Die folgenden Werte gelten für einen vollständigen Spread bei Verfall, vor Gebühren und weiteren Kosten.

KennzahlFormelBeispiel
Maximaler GewinnCredit pro Aktie × Multiplikator1 $ × 100 = 100 $
Maximaler Verlust(Short-Strike − Long-Strike − Credit pro Aktie) × Multiplikator(100 $ − 95 $ − 1 $) × 100 = 400 $
Break-even bei VerfallShort-Strike − Credit pro Aktie100 $ − 1 $ = 99 $

Bei einem Kurs von mindestens 100 Dollar verfallen beide Puts ohne inneren Wert: 100 Dollar Gewinn vor Kosten. Bei 99 Dollar liegt der Break-even. Bei 97 Dollar ergibt sich ein Verlust von 200 Dollar; bei 95 Dollar oder darunter sind es 400 Dollar. Während der Laufzeit kann der Rückkaufpreis vom reinen Verfalls-Payoff abweichen.

100 Dollar möglicher Gewinn gegenüber 400 Dollar möglichem Verlust entsprechen einem Verhältnis von Gewinn zu Verlust von 1:4. Im vereinfachten Alles-oder-nichts-Modell mit 80 Prozent Gewinnen ergibt sich vor Kosten nur ein Erwartungswert von null. Weder eine hohe Trefferquote noch eine frühe Gewinnmitnahme beweist daher allein, dass eine Strategie profitabel ist.

Wann kommt ein Bull Put Spread infrage?

  • Marktannahme: Du erwartest, dass der Kurs bis zum geplanten Ausstieg ausreichend über dem kritischen Bereich bleibt. Lege fest, wodurch diese Annahme widerlegt wäre.
  • Prämie und Risiko: Der vereinnahmte Credit muss zum möglichen Verlust passen. Ein hoher IV-Rank allein macht einen Trade nicht attraktiv.
  • Liquidität: Beide Legs müssen zu vertretbaren Spreads handelbar sein. Eine geringe Prämie kann durch Gebühren und Slippage aufgezehrt werden.
  • Ereignisse: Prüfe Earnings, Dividenden und andere Termine. Kurslücken können technische Marken und Ausstiegspläne übergehen.
  • Positionsgröße: Rechne den möglichen Verlust aller Kontrakte zusammen und berücksichtige weitere Positionen auf denselben Markt.

Ungünstig sind insbesondere ein zur Marktannahme gegenläufiger Trend, unzureichende Liquidität, unklarer maximaler Verlust und Ereignisrisiken, die du nicht bewusst tragen möchtest. Auch ein Setup mit begrenztem Verlust kann für ein kleines Konto zu groß sein.

Trade-Management: Gewinnmitnahme, Verlustbegrenzung und Verfall

Was bedeutet die 50-Prozent-Regel?

Eine mögliche, vorab festgelegte Management-Regel ist, den Spread bei 50 Prozent des maximalen Bruttogewinns zurückzukaufen. Beispiel: Du erhältst 300 Dollar Credit und kaufst ihn später für 150 Dollar zurück. Der Gewinn beträgt 150 Dollar vor Kosten. Das sind 50 Prozent des erhaltenen Credits. Bei einem rechnerischen Maximalverlust von 700 Dollar entspricht das rund 21,4 Prozent bezogen auf dieses Risiko, nicht 50 Prozent Rendite auf das eingesetzte Kapital.

Ein früher Ausstieg kann das verbleibende Markt- und Verfallsrisiko reduzieren. Er begrenzt zugleich den realisierten Gewinn und verursacht gegebenenfalls weitere Kosten. Ob die Regel zur eigenen Methode passt, muss für deren konkrete Setups und Verlustverteilung geprüft werden; sie erzeugt nicht automatisch einen positiven Erwartungswert.

Eine Verlustgrenze eindeutig definieren

Unterscheide den Rückkaufpreis vom Verlust: Bei 300 Dollar Eröffnungscredit und 600 Dollar Rückkaufkosten beträgt der Verlust 300 Dollar vor Kosten. „Bei 2× Credit schließen“ muss deshalb klar sagen, ob der Rückkaufpreis oder der Verlust gemeint ist. Ein Stop-Auftrag garantiert bei illiquiden Märkten oder Kurslücken keinen bestimmten Ausführungspreis.

Lege vor dem Einstieg fest, wann du die Marktannahme neu bewertest, welches Verlustbudget du akzeptierst und bis wann du die Position schließen möchtest. Eine technische Unterstützung und ein Gewinnziel ersetzen diesen Plan nicht.

Zuteilung und Verfall beachten

Bei amerikanischen Aktienoptionen ist eine vorzeitige Zuteilung des Short Puts möglich. Daraus kann eine Aktienposition entstehen, für die Kapital oder Finanzierung nötig wird. Der Long Put beseitigt diese Abwicklungsaufgabe nicht automatisch. Besonders um den Short-Strike und kurz vor Verfall besteht Unsicherheit darüber, welche Optionen ausgeübt werden.

Prüfe deshalb rechtzeitig die Regeln und Fristen deines Brokers. Der begrenzte Verfalls-Payoff setzt voraus, dass die Absicherung erhalten bleibt und die Position korrekt abgewickelt wird. Eine starre Ausstiegsfrist wie „immer 14 Tage vorher“ ist keine allgemeingültige Voraussetzung der Strategie. Die Strategiebeschreibung des Options Industry Council erläutert auch Zuteilungs- und Verfallsrisiken.

Die Greeks beim Bull Put Spread

Ein üblicher Bull Put Spread profitiert tendenziell von steigenden Kursen. Zeitwertverfall kann helfen, solange Kurs und Volatilität nicht zu stark gegen die Position laufen. Die beiden Optionen reagieren unterschiedlich auf Kurs, Zeit und Volatilität; die Netto-Greeks ändern sich mit dem Markt und der Restlaufzeit. Ein allgemeines Set fester Delta-, Theta-, Vega- oder Gamma-Werte gibt es deshalb nicht. Für die Einordnung helfen die Grundlagen zu den Greeks und die Werte der konkreten Optionskette.

Bull Put Spread, Cash Secured Put oder Naked Put?

Alle drei enthalten einen verkauften Put. Beim Cash Secured Put hältst du das Kapital für eine mögliche Aktienübernahme bereit; das Kursrisiko der Aktie bleibt erheblich. Ein ungedeckter Short Put nutzt Margin und kann bei Kursverlusten zusätzlichen Kapitalbedarf auslösen. Der Bull Put Spread ergänzt einen tieferen Long Put und begrenzt damit den rechnerischen Verlust des vollständigen Spreads.

FrageCash Secured Put / ungedeckter Short PutBull Put Spread
Möglicher GewinnErhaltene Prämie vor KostenNetto-Prämie nach Kauf des Long Puts, vor Kosten
VerlustrisikoErhebliches Aktienkursrisiko; Deckung/Margin unterscheiden sichSpread-Breite minus Credit, multipliziert mit Kontraktzahl und Multiplikator; Kosten zusätzlich
AktienübernahmeBeim CSP bewusst einzuplanenZuteilung bleibt möglich und muss abgewickelt werden
KapitalbedarfAbhängig von Kapitaldeckung und Broker-MarginOft niedriger, aber nicht automatisch passend für jedes Konto

Häufige Anfängerfehler beim Bull Put Spread

  • Nur auf die Prämie schauen: Stelle ihr den möglichen Verlust, die Kosten und die Ereignisrisiken gegenüber.
  • Zu viele Kontrakte: Auch ein einzelner Spread kann das eigene Verlustbudget überschreiten. Berechne zuerst das Gesamtrisiko.
  • Ohne Ausstiegsplan handeln: Definiere Gewinnziel, Verlustbudget und Vorgehen vor dem Verfall vor der Eröffnung.
  • Die Absicherung mit vollständiger Sicherheit verwechseln: Long Put, Zuteilung, Finanzierung und tatsächliche Ausführung gehören zusammen betrachtet.

Bull Put Spread: Checkliste vor dem Einstieg

  • Sind Basiswert, Verfallstag, Multiplikator und Kontraktzahl beider Legs passend?
  • Sind Credit, Break-even und maximaler Verlust einschließlich Kosten verständlich?
  • Passen Marktannahme, Laufzeit und Ereignistermine zusammen?
  • Sind beide Optionen liquide und die Geld-Brief-Spannen vertretbar?
  • Passt der mögliche Gesamtverlust zum festgelegten Verlustbudget?
  • Sind Gewinnmitnahme, Verlustbegrenzung und Vorgehen bei Zuteilung vorher geklärt?

Fazit — den Bull Put Spread mit vollständigem Risikoplan verstehen

Der Bull Put Spread verbindet eine bullische bis neutrale Marktannahme mit begrenztem Gewinn und begrenztem rechnerischem Verlust. Sein Nutzen liegt in der vorab planbaren Struktur. Entscheidend bleiben ein angemessener Credit, Kosten, Positionsgröße und ein klarer Umgang mit Ausstieg und Zuteilung. Mein PG-Beispiel zeigt, warum diese Punkte vor der Eröffnung feststehen sollten.

Häufige Fragen zum Bull Put Spread

Was ist ein Bull Put Spread einfach erklärt?

Du verkaufst einen Put mit höherem Strike und kaufst einen Put mit niedrigerem Strike desselben Basiswerts und Verfallstags. Du erhältst einen Net Credit. Bei Verfall liegt der maximale Gewinn vor Kosten vor, wenn der Kurs auf oder über dem Short-Strike steht; unterhalb des Break-even entsteht ein Verlust.

Wie viel Kapital brauche ich für einen Bull Put Spread?

Bei einem 5-Dollar-Spread mit 1 Dollar Credit beträgt der rechnerische Maximalverlust 400 Dollar je Kontrakt bei Multiplikator 100, vor weiteren Kosten. Die tatsächliche Kapital- und Marginanforderung bestimmt dein Broker. Eine passende Kontogröße ergibt sich aus Verlustbudget und Gesamtportfolio, nicht aus einer pauschalen Mindestzahl.

Wann sollte ich einen Bull Put Spread schließen?

Lege den Ausstiegsplan vor der Eröffnung fest. Eine mögliche Regel ist die Gewinnmitnahme bei 50 Prozent des Credits. Zusätzlich brauchst du eine Verlustgrenze und einen Plan vor dem Verfall. Keine dieser Regeln garantiert eine positive Rendite oder einen bestimmten Ausführungspreis.

Was ist der Unterschied zwischen Bull Put Spread und Bear Call Spread?

Beides sind Credit Spreads. Der Bull Put Spread verwendet Puts und hat eine bullische bis neutrale Ausrichtung. Der Bear Call Spread verwendet Calls und hat eine bärische bis neutrale Ausrichtung. Eine Kombination beider kann einen Iron Condor bilden.

Was passiert mit einem Bull Put Spread bei Verfall im Geld?

Der Short Put kann zugeteilt werden und eine Aktienposition erzeugen. Liegt der Kurs zwischen den Strikes, kann der Long Put ohne inneren Wert verfallen. Liegt er unter beiden Strikes, kann die Absicherung genutzt werden; Ausübungsfristen, Broker-Regeln und Finanzierung sind zu beachten. Eine automatische, risikofreie Verrechnung darfst du nicht voraussetzen.

Warum liegt der Short Put beim Bull Put Spread höher als der Long Put?

Der verkaufte Put mit höherem Strike liefert mehr Prämie als der gekaufte Put mit niedrigerem Strike kostet. So entsteht der Credit. Der Long Put begrenzt den rechnerischen Verlust unterhalb seines Strikes bei Verfall, solange der vollständige Spread korrekt abgewickelt wird.

Wie finde ich den Break-even beim Bull Put Spread?

Bei Verfall liegt der Break-even vor Kosten beim Short-Strike minus Net Credit pro Aktie. Verkaufst du den 100er Put und erhältst nach Kauf des tieferen Long Puts 2 Dollar Credit pro Aktie, beträgt der Break-even 98 Dollar. Gebühren verschieben den tatsächlichen Break-even.

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Der Leitfaden ergänzt die allgemeine Checkliste und konzentriert sich nur auf den Bull Put Spread.


Daniel Arlt

Autor

Daniel Arlt

Daniel ist Gründer der Optionen-Akademie und seit 1998 an der Börse aktiv. Seit 2020 handelt er Optionen mit Fokus auf nachvollziehbare Strategien, Risiko und Positionsgröße. Auf der Optionen-Akademie erklärt er Optionshandel nüchtern, praxisnah und ohne Renditeversprechen.

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