⚠️ Dieser Artikel dient ausschließlich zu Bildungszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Optionshandel birgt erhebliche Risiken — mehr dazu im Disclaimer am Ende dieses Artikels.
Du willst mit Optionen starten, aber die Auswahl an Strategien überfordert dich? Iron Condor, Butterfly, Straddle, Strangle — allein die Namen klingen einschüchternd. Die gute Nachricht: Du brauchst als Anfänger genau vier Strategien. Nicht mehr.
In diesem Artikel zeige ich dir die vier besten Optionsstrategien für den Einstieg, vergleiche sie miteinander und sage dir, mit welcher du konkret anfangen solltest.
Warum nur vier Strategien?
Es gibt über 50 verschiedene Optionsstrategien. Aber die meisten sind Variationen der Grundbausteine — und viele sind für Anfänger schlicht zu komplex oder zu riskant.
Die vier Strategien in diesem Artikel decken die drei wichtigsten Marktszenarien ab: bullisch, neutral und „Einkommen generieren“. Sie haben alle ein klar definiertes oder begrenztes Risiko, sind bei gängigen Brokern problemlos handelbar und haben sich über Jahrzehnte in der Praxis bewährt.
Strategie 1: Der Cash Secured Put — Dein Einstieg als Stillhalter
Der Cash Secured Put ist die erste Strategie, die du lernen solltest. Du verkaufst eine Put-Option auf eine Aktie, die du gerne kaufen würdest, und kassierst dafür eine Prämie.
So funktioniert’s (vereinfacht)
Du sagst dem Markt: „Ich kaufe Apple gerne für 170 $, wenn der Kurs dahin fällt.“ Dafür bekommst du sofort 250 $ Prämie. Falls Apple über 170 $ bleibt, behältst du die 250 $ ohne die Aktie zu kaufen. Falls Apple unter 170 $ fällt, kaufst du sie — aber mit 2,50 $ Rabatt pro Aktie.
Für wen geeignet?
- Kontogröße: Mindestens 10.000 $ (besser 25.000+)
- Marktmeinung: Bullisch bis neutral
- Zeitaufwand: 15-30 Minuten pro Woche
- Gewinnwahrscheinlichkeit: ca. 80 % (bei Delta 0,20)
Vor- und Nachteile
Vorteile: Einfach zu verstehen, hohe Gewinnwahrscheinlichkeit, kann in die Wheel-Strategie übergehen
Nachteile: Hoher Kapitalbedarf (Strike × 100), Verlustrisiko bei starken Kurseinbrüchen
Strategie 2: Der Covered Call — Zusatzeinkommen mit deinen Aktien
Der Covered Call ist die natürliche Ergänzung zum Cash Secured Put. Du besitzt bereits 100 Aktien und verkaufst darauf eine Call-Option. Dafür kassierst du sofort eine Prämie.
So funktioniert’s (vereinfacht)
Du besitzt 100 Microsoft-Aktien und sagst dem Markt: „Ich verkaufe meine Aktien für 440 $, falls der Kurs dorthin steigt.“ Dafür bekommst du sofort 350 $. Falls Microsoft unter 440 $ bleibt, behältst du Prämie und Aktien.
Für wen geeignet?
- Voraussetzung: Du besitzt mindestens 100 Aktien einer Position
- Marktmeinung: Neutral bis leicht bullisch
- Zeitaufwand: 10-20 Minuten pro Monat
- Gewinnwahrscheinlichkeit: ca. 70-80 % (bei Delta 0,20-0,30)
Vor- und Nachteile
Vorteile: Kein zusätzliches Kapital nötig, regelmäßiges Einkommen, reduziert die Kostenbasis deiner Aktien
Nachteile: Begrenzt dein Aufwärtspotenzial, schützt kaum vor Kursverlusten
Strategie 3: Die Wheel-Strategie — Der Kreislauf des Geldverdienens
Die Wheel-Strategie ist keine eigenständige Strategie, sondern die Kombination aus Cash Secured Put und Covered Call in einem systematischen Kreislauf.
So funktioniert’s (vereinfacht)
- Du verkaufst einen Cash Secured Put auf eine Qualitätsaktie
- Falls zugewiesen: Du kaufst die Aktie zum Strike-Preis (mit Prämien-Rabatt)
- Du verkaufst einen Covered Call auf die Aktie
- Falls abgerufen: Du verkaufst die Aktie zum Strike-Preis (mit Prämien-Bonus)
- Zurück zu Schritt 1 — der Kreislauf dreht sich
In jedem Schritt kassierst du Prämie. Ob die Aktie steigt, fällt oder seitwärts geht — du verdienst immer etwas.
Für wen geeignet?
- Kontogröße: Mindestens 15.000-25.000 $
- Marktmeinung: Neutral bis leicht bullisch
- Zeitaufwand: 30-60 Minuten pro Woche
- Erwartete Rendite: 10-20 % p.a. Zusatzrendite durch Prämien
Vor- und Nachteile
Vorteile: Systematisch und wiederholbar, Prämie in jeder Phase, ideal für Einkommensinvestoren, gut automatisierbar
Nachteile: Hoher Kapitalbedarf, du „hängst“ manchmal in Aktien fest, die im Minus sind, begrenzt Upside in starken Bullenmärkten
Strategie 4: Der Credit Spread — Definiertes Risiko mit wenig Kapital
Der Credit Spread ist die Lösung für Trader mit kleinerem Konto. Du verkaufst eine Option und kaufst gleichzeitig eine günstigere als Absicherung. Dein maximaler Verlust ist von vornherein klar definiert.
So funktioniert’s (vereinfacht)
Du verkaufst einen Put auf Apple bei 170 $ und kaufst gleichzeitig einen Put bei 165 $ als Schutz. Du kassierst 120 $ Prämie. Dein maximaler Verlust: 380 $. Dein Kapitaleinsatz: 380 $ (statt 17.000 $ beim Cash Secured Put).
Für wen geeignet?
- Kontogröße: Ab 2.000 $ möglich (empfohlen 5.000+)
- Marktmeinung: Bullisch (Bull Put) oder bärisch (Bear Call)
- Zeitaufwand: 15-30 Minuten pro Woche
- Gewinnwahrscheinlichkeit: ca. 70-80 %
Vor- und Nachteile
Vorteile: Wenig Kapital nötig, definiertes Risiko, flexibel einsetzbar, Basis für komplexere Strategien wie den Iron Condor
Nachteile: Kleinere absolute Gewinne, kein Aktienbesitz möglich, asymmetrisches Risiko-Rendite-Verhältnis erfordert hohe Trefferquote
Der große Vergleich: Welche Strategie passt zu dir?
| Kriterium | Cash Secured Put | Covered Call | Wheel | Credit Spread |
|---|---|---|---|---|
| Min. Konto | 10.000 $ | 100 Aktien | 15.000 $ | 2.000 $ |
| Risiko | Hoch (Aktie auf 0) | Moderat | Moderat | Definiert |
| Max. Gewinn | Prämie | Prämie + Strike | Prämie×2 | Prämie |
| Komplexität | Niedrig | Niedrig | Mittel | Mittel |
| Zeitaufwand | Gering | Gering | Moderat | Gering |
| Für Einkommen | Ja | Ja | Sehr gut | Ja |
| Lerneffekt | Hoch | Hoch | Sehr hoch | Hoch |
Meine Empfehlung: So startest du
Mit großem Konto (25.000+ $):
Starte mit dem Cash Secured Put, lerne die Mechanik und gehe dann in die Wheel-Strategie über. Das ist der bewährteste Weg für langfristigen Erfolg als Stillhalter.
Reihenfolge: Cash Secured Put → Covered Call → Wheel → Credit Spreads als Ergänzung
Mit kleinem Konto (2.000-10.000 $):
Starte mit Credit Spreads (Bull Put Spread). Du lernst die gleiche Mechanik wie beim Cash Secured Put, brauchst aber deutlich weniger Kapital.
Reihenfolge: Bull Put Spread → Bear Call Spread → Iron Condor → Cash Secured Put (wenn Konto gewachsen)
Du besitzt bereits Aktien?
Starte sofort mit Covered Calls auf deine bestehenden Positionen. Du brauchst kein zusätzliches Kapital und generierst sofort Einkommen.
Was du NICHT als Anfänger handeln solltest
Es gibt Strategien, die oft empfohlen werden, aber für Anfänger ungeeignet sind:
Naked Puts / Naked Calls: Unbegrenztes Verlustpotenzial. Erst handeln, wenn du Jahre Erfahrung hast und die Risiken wirklich verstehst.
Straddles und Strangles (als Käufer): Du brauchst eine starke Kursbewegung UND musst den Zeitwertverfall schlagen. Die meisten Anfänger verlieren hier Geld.
Earnings-Trades: Binäre Events mit unvorhersehbarem Ausgang. Fortgeschrittenes Gebiet.
Komplexe Multi-Leg-Strategien: Iron Butterflies, Ratio Spreads, Calendar Spreads — lerne erst die Grundlagen, bevor du dich an diese Strategien wagst.
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Fazit
Du brauchst genau vier Strategien, um als Optionshändler erfolgreich zu starten: Cash Secured Put, Covered Call, Wheel-Strategie und Credit Spread. Alle vier haben ein klar definiertes oder begrenztes Risiko, hohe Gewinnwahrscheinlichkeiten und sind über Jahrzehnte praxiserprobt.
Der wichtigste Tipp zum Schluss: Starte mit einer einzigen Strategie, mache mindestens 20-30 Trades damit und lerne sie in- und auswendig, bevor du zur nächsten übergehst. Konsistenz schlägt Komplexität — jeden Tag.
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Der Handel mit Optionen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Optionen sind komplexe Finanzinstrumente und eignen sich nicht für jeden Anleger. Vergangene Ergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse.
Alle genannten Beispiele, Berechnungen und Strategien dienen der Veranschaulichung und berücksichtigen keine individuellen Umstände wie Steuersituation, Risikobereitschaft oder finanzielle Ziele. Bevor du mit dem Optionshandel beginnst, solltest du dich von einem qualifizierten Finanzberater beraten lassen.
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- Credit Spread Optionen erklärt
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Häufig gestellte Fragen

Geschrieben von
Daniel
Aktiver Optionshändler und Gründer der Optionen-Akademie. Daniel ist seit 1998 an der Börse aktiv und handelt seit 2020 erfolgreich mit Optionen — mit mehreren tausend Trades und bisher keinem Verlustjahr. Seine Expertise basiert auf renommierten Ausbildungen mit Zertifikat, sowohl national als auch international. Seine Mission: Menschen mit größtenteils kostenlosem Content das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um ein finanziell freies Leben zu führen.