Zwei Strategien, ein Ziel: Prämieneinnahmen
Wenn du als Stillhalter regelmäßiges Einkommen generieren möchtest, sind der Cash Secured Put (CSP) und der Credit Spread (speziell der Bull Put Spread) deine wichtigsten Werkzeuge. Beide generieren Prämieneinnahmen, und beide profitieren vom Zeitwertverfall. Doch sie unterscheiden sich in entscheidenden Punkten — und die Wahl hängt von deiner Kontogröße, Erfahrung und Risikotoleranz ab.
Der Cash Secured Put im Überblick
Beim CSP verkaufst du einen Put und hältst genug Bargeld auf dem Konto, um die Aktie bei Zuweisung kaufen zu können. Dein Risiko ist substantiell: Theoretisch kann die Aktie bis auf null fallen, und du müsstest sie trotzdem zum Strike-Preis kaufen.
Beispiel: Microsoft bei 420 Dollar. Du verkaufst den 400er Put für 5 Dollar (500 Dollar Prämie). Du brauchst 40.000 Dollar Cash als Sicherheit. Wenn Microsoft über 400 bleibt, behältst du die 500 Dollar — eine Rendite von 1,25 Prozent auf das gebundene Kapital.
Der Credit Spread im Überblick
Beim Bull Put Spread verkaufst du ebenfalls einen Put, kaufst aber gleichzeitig einen weiteren Put mit niedrigerem Strike als Absicherung. Dein Risiko ist definiert: Es begrenzt sich auf die Breite der Strikes minus die eingenommene Prämie.
Beispiel: Microsoft bei 420 Dollar. Du verkaufst den 400er Put und kaufst den 390er Put. Netto-Prämie: 2,50 Dollar (250 Dollar). Dein maximales Risiko: 10 Dollar minus 2,50 Dollar = 7,50 Dollar (750 Dollar). Du brauchst nur 750 Dollar Margin statt 40.000 Dollar.
Der Vergleich: Punkt für Punkt
Kapitalbedarf
Hier liegt der dramatischste Unterschied. Für einen CSP auf Microsoft brauchst du 40.000 Dollar. Für den gleichen Trade als Credit Spread brauchst du nur 750 Dollar. Das ist ein Faktor von über 50. Für Trader mit einem kleineren Konto ist der Credit Spread oft die einzige realistische Option.
Rendite auf Kapital
Der CSP auf Microsoft bringt 1,25 Prozent auf das gebundene Kapital (500 Dollar auf 40.000 Dollar). Der Credit Spread bringt 33 Prozent (250 Dollar auf 750 Dollar). Klingt der Spread besser? Ja — aber nur auf den ersten Blick. Die absolute Prämie beim CSP ist doppelt so hoch (500 vs. 250 Dollar), und du brauchst eine höhere Gewinnquote beim Spread, um den niedrigeren absoluten Gewinn pro Trade zu kompensieren.
Risiko
Beim CSP hast du ein theoretisch hohes, aber in der Praxis moderates Risiko — du besitzt am Ende eine Aktie, die du hoffentlich sowieso haben wolltest. Beim Credit Spread ist dein Risiko begrenzt, aber du kannst deine gesamte Margin (750 Dollar) verlieren, ohne eine Aktie zu bekommen. Es gibt keinen Trostpreis in Form von Aktienbesitz.
Flexibilität beim Management
Der CSP lässt sich hervorragend rollen — du kannst den Strike senken, die Laufzeit verlängern und bei Zuweisung die Wheel-Strategie starten. Der Credit Spread ist schwieriger zu rollen, weil du zwei Beine hast und die Bid-Ask-Spreads bei der Kombination höher sind.
Gewinnwahrscheinlichkeit
Bei gleichem Short-Put-Strike (z.B. Delta -0,30) haben beide Strategien eine ähnliche Gewinnwahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent. Der Unterschied: Beim CSP ist dein maximaler Verlust höher, aber du kannst den Trade besser managen. Beim Spread ist dein maximaler Verlust begrenzt, aber du verlierst schneller die gesamte Margin, wenn der Strike durchbrochen wird.
Wann CSP, wann Credit Spread?
Cash Secured Put wählen, wenn:
Du hast ein ausreichend großes Konto (mindestens 25.000 bis 50.000 Dollar). Du würdest die Aktie gerne besitzen und könntest die Wheel-Strategie fahren. Du bevorzugst einfaches Management und die Möglichkeit zum Rollen. Du bist noch relativ neu im Optionshandel und möchtest es einfach halten.
Credit Spread wählen, wenn:
Du hast ein kleineres Konto (unter 25.000 Dollar) und möchtest kapitaleffizient handeln. Du willst die Aktie nicht kaufen, sondern nur Prämie kassieren. Du handelst auf Indizes (SPY, IWM), wo Aktienzuweisung weniger sinnvoll ist. Du möchtest dein Risiko pro Trade klar definieren.
Die Hybrid-Strategie: Beide kombinieren
Erfahrene Trader nutzen oft beide Strategien parallel. CSPs auf Aktien, die sie gerne besitzen möchten (Quality-Aktien wie Apple, Microsoft, JPMorgan), und Credit Spreads auf Indizes oder Aktien, die sie nur für Prämien nutzen wollen.
Diese Kombination bietet Diversifikation: Die CSPs liefern potenzielle Aktienbestände für die Covered-Call-Phase des Wheels, die Credit Spreads liefern kapitaleffiziente Einnahmen auf einem breiteren Markt-Spektrum.
Fazit
Weder der CSP noch der Credit Spread ist grundsätzlich überlegen. Der CSP ist einfacher, flexibler und passt zur Wheel-Strategie. Der Credit Spread ist kapitaleffizienter, hat begrenztes Risiko und passt zu kleineren Konten. Am Ende bestimmt dein Kapital, dein Handelsstil und deine Ziele, welche Strategie die richtige für dich ist.
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Häufig gestellte Fragen

Geschrieben von
Daniel
Aktiver Optionshändler und Gründer der Optionen-Akademie. Daniel ist seit 1998 an der Börse aktiv und handelt seit 2020 erfolgreich mit Optionen — mit mehreren tausend Trades und bisher keinem Verlustjahr. Seine Expertise basiert auf renommierten Ausbildungen mit Zertifikat, sowohl national als auch international. Seine Mission: Menschen mit größtenteils kostenlosem Content das Wissen vermitteln, das sie brauchen, um ein finanziell freies Leben zu führen.